Gottesdienst
am Fastnachtssonntag 2008
in Riedern
 
zur Ansprache
Liebe Narren, liebe Frommen,
alle, die ihr seid gekommen,
während and´re fastnachtstrunken
eben erst ins Bett gesunken.

Seid willkommen an dem Ort,
wo wir hören Gottes Wort,
wo wir finden Trost und Rat,
wenn das Leben ist mal fad.

Wo wir liebevoll umfangen,
unser Seelenheil erlangen,
wenn wir Gottes Liebe trauen
unser Leben auf ihn bauen.

Mit dem Leben hier auf Erden,
kann es auch mal schwierig werden.
Höhen, Tiefen, manche Plagen,
müssen wir oftmals ertragen.

Auch ich geprüft wurd´ dieser Tage,
weil ich nicht wusst´, was ich euch sage,
Es ist, als wäre es verhext.
Gerade heut´ kein leichter Text.

Selig die Armen, heißt es heute,
und selig sind hungernde Leute,
selig, die trauern und nicht lachen!
Was soll ich heute damit machen?

Es sieht jetzt wieder `mal so aus,
als sei die Freud´ der Kirch´ ein Graus.
Während wir alle fröhlich sind,
und unbeschwert, so wie ein Kind,

geht's in der Kirche wieder mal
nur um des Lebens Müh´ und Qual.
Dies könnte den Verdacht erregen,
als hätt´ die Kirche was dagegen;

dass Menschen Lust und Freud´ erleben,
gehört doch auch zum Christenleben.
Denn auch der Text, den wir gehört,
des Menschen Freude uns beschwört.

"Freut euch und jubelt", ruft Jesus uns zu,
dies gilt für jeden, gemeint bist auch Du
Wer heute noch weint, soll zukünftig lachen,
der Herr wird dem Kummer ein Ende machen.

Das ist die Hoffnung, die uns trägt
und unser ganzes Leben prägt.
Denn Christen sind fröhliche Leute,
deshalb freuen wir uns auch heute,

Diese Freude in die Welt zu tragen,
sie allen Menschen weitersagen,
ist der Christen erste Pflicht;
ihr lieben Leut´ vergesst dies nicht.

Doch manchmal kann uns die Freude vergehen,
wenn wir die täglichen Nachrichten sehen.
Von Jugendgewalt wird dort viel berichtet
und dass man auf Arbeiter ganz leicht verzichtet.

Doch sollten Politiker nicht lamentieren,
sie sollten stattdessen Geld investieren,
in Bildung und Schule - die Menschen vernetzen,
anstatt von Kochrezepten zu schwätzen.

Ein jeder soll sich jetzt einschränken,
und heute schon an´s Alter denken,
hast du geriestert - sonnenklar,
geht´s dir im Alter wunderbar.

Doch kürzlich erst - vor ein paar Tagen,
da hörten wir Experten sagen,
hast du zuviel zur Seit´ gebracht,
der Fiskus richtig herzlich lacht,

weil er für sich nun einkassiert,
was du im Schweiße investiert,
und was zur Seite du gepackt,
wird an der Rente abgezwackt.

Neapel fast im Müll versinkt,
während der Landkreis Hände ringt:
Weil wir zu wenig Müll abgeben!
Muss man vielleicht Gebühren heben?

Damit die Kreiskasse nicht leidet,
weil unsereins den Müll vermeidet.
Zur Lösung hab´ ich einen Plan,
wie wär´s, wenn wir in Urlaub fahr´n;

und dann bevor wir fahr´n zurück,
den Koffer packen Stück um Stück
mit dem, was Napoli so stinkt,
ein jeder mit Nachhause bringt.

Neapel wäre wieder schön,
der Kreis hätte kein Müllproblem,
der Urlaub wär´ sinnvoll verbracht,
dies nenne ich global gedacht!

Nach Rauchern, Jugend und Muslime
ist jetzt die neuste Staatsmaxime,
die Deutschen sind zu schwer geworden,
Herr Seehofer hat große Sorgen,

abnehmen ist nun angesagt,
Diäten sind darum gefragt,
doch die, die Staatsmänner bekommen,
haben doch stets nur zugenommen,

auch ich hab´ hier noch kein Rezept,
denn auch mein Körper ist nicht perfekt,
drum mache ich mich jetzt auch dünne
und schau dass ich hier Land gewinne.

Bevor ich nun endgültig schweige,
den Glaubensweg ich nochmals zeige:
Freut euch und jubelt, macht andere froh
und stimmet mit ein Narri und Narro!

zurück