Gottesdienst
am Fastnachtssonntag 2009
in Untermettingen
zur Ansprache

In dieser Fünften Jahreszeit
ist es nun wieder mal so weit:
Ich will gereimtes zu Euch sprechen
und das Gewohnte so durchbrechen,

denn meist ist es für alle gut,
wenn man Gewohntes anders tut;
so will ich´s wieder einmal wagen,
`ne Fastnachtspredigt vorzutragen.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Wir sind Papst! Wir lesen konnten.
In dem Gefühl sich viele sonnten.
Die Kirche sich im Aufwind fühlte,
die Kirchensteuer kräftig blühte.

Doch sieht der Wetterfrosch es klar,
dass dies ein Zwischenhoch nur war,
das Barometer zu recht sinkt,
wenn man den Piusbrüdern winkt.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Nicht nur die Kirche hat es schwer,
es trifft auch manchen Millionär,
der sich nicht mehr zu helfen weiß,
weil der Finanzmarkt wird zu heiß.

Die Firma weg, das Geld ist alle,
jetzt sitzt man in der Schuldenfalle,
da gibt´s auch nichts von Ratiopharm,
wer zockt, der ist am Ende arm.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Auch Banken zockten kräftig mit,
und manche war nicht mehr liquid,
doch mussten sie sich nicht sehr sorgen,
sie konnten sich's vom Staate borgen.

Bei Schulen und im Altersheim,
spart sich's der Staat dann locker ein.
Man muss nur wissen, was man will,
und wer im Lande hält schön still.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Die Konjunktur, sie will nicht recht.
Den Firmen geht es ziemlich schlecht.
So will die Kauflust man anheizen,
tut deshalb nicht mit Prämien geizen.

Ein Auto lohnt, kauf es geschwind,
viel weniger kriegst du für´s Kind.
Da sind die Werte klar benannt
in uns´rem wunderschönen Land.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Die Deutschen suchen s´ ganze Jahr,
verzweifelt nach dem Superstar,
die Supernanny, der Superkoch,
super Politiker, die fehlen noch.

Damit die Wählerzahl nicht schwindet,
die Politik sich neu erfindet.
Rot-rot, gelb-schwarz, schwarz-grün,
wie wird es wohl noch weiter geh´n?

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Du musst nicht erst zum Fernsehen gehen,
willst Du mal vor der Kam´ra stehen.
Am Bahnsteig und an Einkaufskassen,
kannst Du dich jetzt schon filmen lassen.

So brauchst du dich nicht mehr zu mühen
und bei Big Brother ein zu ziehen,
denn, was du tust bei Tag und Nacht,
wird längst erfasst und überwacht.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Beim Fernsehpreis kam´s zum Eklat,
weil einer endlich mutig war,
indem er laut und deutlich sagte,
was bisher so noch keiner wagte:

Mit Dschungelcamp und Dieter Bohlen,
gibt´s bildungsmäßig nichts zu holen.
Mit Frauentausch und Reality-TV,
wird hierzulande keiner schlau.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Wie soll dies alles hier noch enden?
Wer kann den Karren jetzt noch wenden?
So denkt wohl mancher in der Runde,
gibt es denn keine frohe Kunde?

Für Gott zählt nicht wer groß und mächtig,
und zeigt man sich auch noch so prächtig.
Er setzt den Maßstab anders an,
weil er den Menschen lieb gewann.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Er hat uns seinen Sohn gegeben,
damit wir finden wahres Leben.
In Ihm will Gott sich uns verbünden,
in uns die Hoffnung neu entzünden.

Für Gott ist niemand mehr verloren,
denn uns hat er sich auserkoren;
Mit Jesus fest an uns´rer Seite,
führt er uns aus so mancher Pleite.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Wer arm und krank, wen Sünde quält,
hat Jesus sich als Freund erwählt.
Hat sich stets denen zugesellt,
die man sonst an den Rand gestellt.

Weißt scharf zurecht, die starr im Glauben,
den Menschen ihre Würde rauben.
Und macht auch nicht mal Halt vor jenen,
die sich auf Gottes Wegen wähnen.

Ojemine! Ojemine!
Quo vadis, domine?

Nun ist gesagt das Predigtwort, in diesen heil´gen Hallen.
Und ich, ich armer Kirchennarr, ich hoff´ es hat gefallen.
Gebt Gott die Ehr, preist seinen Namen
und sagt mit mir jetzt einfach AMEN!

Nun Ralf komm´ einmal noch zu mir,
ich will dir etwas geben.
Ich reich´ am roten Bande dir,
was manchmal hilft im Leben.

Nun kannst du recht nach Herzenslust
und brauchst dich nicht zu sorgen,
dies hier erspart Toilettenfrust,
bei Nacht und auch am Morgen.

Geh nun der Friede sei mit dir,
in uns´re Welt hinaus,
durchschreite ruhig jede Tür,
selbst am Toilettenhaus.

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