Gottesdienst
am Narrenmesse 2011
in Riedern
zur Ansprache

Dies Jahr viel von mir abverlangt,
denn jedem Narr´n ist es bekannt,
vom Reimen bin ich ganz erledigt,
denn dies ist schon die zweite Predigt,

die ich ins Versmaß muss verpacken,
damit die Narr´n nicht auf mich hacken,
mir gar noch Faulheit unterstellen
und mir das Leben so vergällen.

So hab´ ich mich ans Werk gemacht,
und manches wieder ausgedacht.
Was ich im Alltag wahrgenommen,
erzähl´ ich allen, die gekommen.
Ich rede nicht lang drum herum,
mein Maß ist ´s Evangelium.
Das Wort des Herrn gibt guten Rat,
hilft manchem zu der rechten Tat.

Wer sich nach Jesu Weisung richtet,
der wird, so wurd´ es uns berichtet,
mit einem Menschen gleichgestellt,
der Felsen hat für´s Haus gewählt.

Im Sturm des Lebens bleibt es stehen,
kann ohne Sturz nach vorne sehen.
Davon so mancher sicher träumt,
mit dem die Menschen aufgeräumt.
Das Doktorarbeitshaus stürzt ein,
man dachte dies kann doch nicht sein,
es wollte keiner richtig glauben,
dass selbst Minister jetzt schon rauben,

was andere sich ausgedacht,
man schnell sich mal zu eigen macht
und statt zu zieh´n die Konsequenzen,
will man als Vorbild auch noch glänzen.

Und als er schließlich dann doch ging,
er sich auch darin noch verfing,
dass er die Schuld ander´n zuschob,
dafür bekommt er hier kein Lob.
Es weiß ein jeder Häuslebauer,
dass hinterher man ist oft schlauer,
was gut schien in der Theorie,
klappt in der Praxis oftmals nie.

Erst wenn man einzieht in das Haus,
kommen die ersten Mängel raus.
Die Tür zu schmal, der Raum zu klein,
die Möbel passen nicht hinein,

schnell schwindet dann die Freud´,
weil uns manche Entscheidung reut,
die wir zuvor mit ernst getroffen,
jetzt können wir nur leise hoffen,
dass alles wendet sich zum Guten,
und wir dafür nicht lange bluten.
So ist es auch bei uns geschehen,
wenn wir mal schnell nach Freiburg sehen.

Dort plant man für die Kirchenzukunft,
manchmal mit Sinn und auch Vernunft.
Erfolg im Dialog sich gründet,
so wurde dieser angekündet,

man wolle hören - nicht nur reden,
ein jeder könne seinen Segen,
zum Thema Zukunft mit einbringen.
Doch sollte dies nicht recht gelingen,
Denn für die Fragen unserer Zeit
von den Hirten war keiner bereit.
Über Zölibat und Viri Probati zu reden,
machte sie alle total verlegen.

Und schüchtern sie nach Rom verweisen,
lassen den Papst im September anreisen,
damit man feiert und Menschen begeistert,
die Risse des Hauses nur werden verkleistert.

Das hält die Welle nicht auf, die begonnen,
es geh´n nicht nur Kritiker, nein, auch von den Frommen.
Eine Sanierung von Grund auf wäre jetzt wichtig,
ein Konzil ein zu rufen, dass fände ich richtig.
Sich auf die Suche zu begeben
und miteinander Teilen das Leben,
nicht so tun, als wäre eh´ alles klar,
und in der Kirche alles so wunderbar.

Die Fehler erkennen und sich ändern wollen,
das ist es, was wir laut Evangelium sollen:
Nicht nur von Anderen Schritte erwarten!
Lieber selber beginnen und heute noch starten.

Dann können die Wellen ans Haus fest anbranden,
denn davon wird dieses so schnell nicht zuschanden,
es ist ja gebaut aus lebendigen Steinen,
die sich im Vertrauen auf Jesus vereinen.
Doch nicht nur in Wasserwellen liegt die Tücke,
durch Glatteis entsteht auch so manche Lücke:
An Dreikönig, morgens in aller früh.
Da schneite es und war glatt wie nie.

Da blieben sie Zuhaus´, die Frommen.
Zur Messe wollte keiner kommen!?
Ein jeder hat für sich gedacht,
der Pfarrer ´s nicht nach Riedern schafft!

Doch er kam durch - wenn auch allein.
So schaltet er die Glocken ein.
Gerufen vom lauten Glockengeläute
kamen dann doch noch ein paar Leute.
Die Sternsinger waren alle dabei.
Sie zogen mit ein aus der Sakristei.
Den Gottesdienstbesucheraltersdurchschnitt drückten sie horent,
denn von allen Besuchern waren sie fünfzig Prozent.

Wenn ich jetzt in die Runde blicke
es uns auch heute wieder glückte,
das Haus ist voll, der Pfarrer froh,
dem lieben Gott geht´s ebenso.

Es wäre wirklich wunderbar,
wenn auch am Sonntag unter´m Jahr,
alle, die heut´ gekommen sind,
man hier zum Gottesdienste find´t,
Dann wär in diesem Haus geborgen,
ein jeder Mensch mit seinen Sorgen.
Wir könnten weinen, lachen, singen
und immer wieder neu beginnen.

Gemeinschaft Gottes eintrainieren.
Im Glauben uns neu engagieren.
Den Lebensstürmen widerstehen,
mit Jesus in die Zukunft gehen.

Noch manches gäb´ es zu berichten,
doch habe ich noch and´re Pflichten,
ich wünsche euch, gar keine Frage,
noch wunderschöne Narrentage.
Feiert sie, die bunte Zeit,
wo Freude wohnt, ist Gott nicht weit.
Ich danke allen, die heut` kamen,
Gelobt sei der Herr in Ewigkeit:
Amen.

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