Go(o)d Times
"Gott ist Freiheit"
Frei sein. Das wäre schön.
Frei von den Vorstellungen der Familie, frei von kulturellen Zwängen, frei von der Meinung anderer.
Frei von einer ungesunden Umwelt, von der Sorge um den Arbeitsplatz, von zermürbenden Arbeitsbedingungen.
Frei aber auch von Schwächen, Krankheit, der Angst vor dem Sterben.
Frei sein. Das wäre schön.
Christen sind frei, sagt der Apostel Paulus. Sie sind befreit "zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Römer 8, 21).
Diese Glaubenswahrheit versuchen die Jugendlichen der Tanzgarde der Narrenzunft Untermettingen tänzerisch umzusetzen.
Die Texte wurden von Silke Bächle gelesen
Texte , Choreografie und Lichttechnik: Thomas Fritz
Tanz: Kleine Garde der Narrenzunft Wilderer, Untermettingen unter der Leitung von Daniela Jäger und Alexandra Preiser
Musik: Daniela Jäger
Technik: Ralf Jehle und Christina Schumpp
Ein Puppenspieler ist ein absoluter Herrscher über seine Marionetten. Er bestimmt das Geschehen, er lässt leben und sterben, siegen und verlieren, lachen und weinen, er hat die Fäden in der Hand. - Die Puppen sind seinem Willen, seiner Willkür unterworfen. Aber er kann auch heil machen, kann reparieren, wenn etwas zu Bruch gegangen ist.
Die Marionetten haben im Endeffekt keine Wahl. Der Puppenspieler hat sie geschaffen oder gekauft und bringt sie dadurch zum Leben, dass er an den Fäden zieht. Und er kann mit ihnen machen, was er will.
Gott hat uns die Freiheit gegeben. Er ist kein Marionettenspieler. Er lässt die Fäden frei und verzichtet auf die Ausübung seiner Allmacht.
Gott wirkt nicht in diese Welt hinein indem er mit seiner Hand, die von oben herabgreift alles richtet. Nicht als Puppenspieler, der die Fäden an uns als menschliche Marionetten zieht. Sondern indem er Menschen Charismen, Gaben verleiht, die diese zum Wohl aller nutzen und fruchtbar werden lassen können. Indem er uns zusammenführt, an Orte und in Situationen, wo jemand unsere Hilfe braucht. Indem er uns begleitet auf unseren Wegen und unsere Herzen berührt in der Liebe.
Freiheit ist die Sehnsucht aller Menschen. Oft sind die Menschen aber Gefangene der Angst, der Armut, der Ohnmacht, Gefangene des Schicksals, der Einsamkeit, des Todes. Gott macht frei. Jeder Mensch will leben, sich entfalten und verwirklichen. Dazu braucht er Freiheit. Aber er unterliegt vielen Zwängen, Einschränkungen, Bindungen und Hemmungen. Niemand bezweifelt, dass viele Zwänge und Unfreiheiten durch Menschen verursacht werden und deshalb auch von Menschen beseitigt werden können.
Kern des Übels ist die Entfremdung des Menschen von Gott. Vom Licht getrennt, bleibt Dunkelheit. Im Licht ist Leben. Eins sein mit Gott - ist der Anfang der Freiheit. In seinem Licht kann man die Welt und das Leben anders sehen. Jesus hat Leid und Tod nicht verdrängt. Sein Vertrauen auf Gott war größer als die Verzweiflung. Er hat beides angenommen und bewältigt. Damit hört das Leid nicht auf, Leid zu sein, und der Tod bleibt Tod. Aber Leiden und Tod sind nicht sinnlos, wo sich das Vertrauen festgesetzt hat, dass Gott nicht gegen uns, sondern für uns ist.
Gottes Liebe lässt uns leben. Sie äußert sich für uns in der Befreiung von Sünde und Tod, Schuld, Einsamkeit und Angst. Das macht unser Leben sinnvoll und immer wieder lebenswert. Für den Menschen kommt das einer "Neuschöpfung" gleich. Der Mensch ist wie neugeboren". Er bekommt ein neues Leben. Wer an Gott glaubt, kann frei atmen, weil er ein Ziel vor sich sieht.
Wer kennt ihn nicht den Alltagstrott - morgens immer der gleiche Stau auf dem Weg zur Arbeit, Aufgaben, die zur Routine werden, immer die gleichen Gesichter und abends vor dem Fernseher sitzen. Vieles wird im Laufe der Zeit zur Routine und verliert an Attraktivität. Auch wer jeden Tag Kaviar isst, wird das über kurz oder lang nicht mehr genießen können.
Routinen entlasten zwar, machen das Leben aber auch unattraktiv. Bei Gewohnheiten sollte man aufpassen, dass man sich nicht unbewusst immer mehr einschränkt.
Wer sich auf Gottes Freiheit einlässt kann den Alltagstrott besiegen. Es ist als würde hinter dem alltäglich ein Licht entzündet und in diesem Licht entdeckt man den Alltag neu.
zurück