Advent - Taufe des Herrn
2008
1. Advent
"Es kommt ein Schiff geladen..." - Der Liederdichter greift das Schiff als Symbol auf, um das Kommen Gottes in die Welt darzustellen. Wir kennen die Symbolik des Schiffes aus der biblischen Geschichte von der Arche Noah: die Arche, ein schwimmender Holzkasten - Symbol für Schutz, Bewahrung und Rettung. Oder denken wir an eine andere biblische Ge-schichte von der Sturmstillung. Dort ist das Schiff, ein kleines Fischerboot, Symbol teils für Bedrohung und Angst vor dem Untergang, teils - und darauf läuft die Geschichte eigentlich hinaus: Symbol für Glauben, für Vertrauen auf Gott, der die Seinen in den Stürmen des Lebens nicht alleine lässt.
Das Schiff kann auch zu einem starken Symbol für unser per-sönliches Leben werden. Unser Lebensschiff segelt auf dem Meer der Zeit dahin, manchmal unruhig, vom Wind hin und hergetrieben, dem Schiffbruch nahe, manchmal - Gott sei Dank - auf gutem Kurs.
Die 1. Strophe stellt uns ein bis obenhin voll geladenes Schiff vor Augen. Der wichtigste Passagier ist Gottes Sohn, Er, der ganz zu Gott gehört, Er, an dem Gott Wohlgefallen hat, Er, durch den Gott sich ins Gespräch bringt, um mit uns ins Ge-spräch zu kommen. Die Fülle seiner Gnade gibt Gott Ihm mit. Um seinen Geschöpfen seine Freundlichkeit entgegenzubrin-gen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ihnen sein Wort zu geben und mit ihnen zu "kommunizieren", dafür ist Gott nichts zu schwer.
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Auf welchem Schiff fühle ich mich unterwegs? Gleicht mein Lebensschiff etwa der Nussschale, die nicht gesteuert werden kann, hin und her getrieben wird und ständig umzukippen droht?
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Und womit ist mein Lebensschiff geladen? Wo habe ich die Gnade Gottes erfahren?
Wenn Gott mir mein Lebensschiff mit Gnade füllen möchte -was wünsche ich mir von Ihm?
Das Schiff geht still im Triebe..." - Gott kommt still, ohne Getöse, kommt - wie einst zu Elia - still und sanft. Jetzt lenkt der Liederdichter unsere Aufmerksamkeit auf Segel und Mast: sie sind wichtig für das Fortkommen und Steuern des Schiffes. "Das Segel ist die Liebe, der Heilig Geist der Mast" - das bedeutet: die Liebe und der heilige, gute Geist Gottes bringen unser Lebensschiff voran und halten es auf Kurs. Gott kommt mit Liebe und mit heiligem, gutem Geist - ja, welch "teure Last"!
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Was ist mir teuer, kostbar, wertvoll? Was trägt mich?
 
2. Advent - Nikolaus
Sterne deuteten den Seefahrern bei Nacht den Weg.Ein Stern wies den Weisen den Weg zur Krippe.Auch Menschen können Sterne, Wegweiser sein.
Auch Menschen können Sterne sein, indem sie mit ihrem Leben Wegweiser sind.
Nikolaus war ein solcher "Stern".
Seine Güte zu den Menschen ließ die Güte Gottes in dieser Welt aufscheinen.
Sein Glaubenszeugnis ermutigt auch uns heute, Jesus nachzufolgen.
 
4. Advent
Der Anker diente in biblischer Zeit nicht nur zum Festmachen des Schiffes, sondern auch zum Manövrieren und bezeichnet symbolisch die göttliche Hilfe gegen die Stürme der Zeit. Er verhindert, dass der Christ in diesen Stürmen untergeht, und sorgt dafür, dass er in den Hafen des Erlöstseins gelangt. So ist er das Symbol der Hoffnung.
"Der Anker haft' auf Erden" - das Schiff geht vor Anker, kommt in Verbindung mit der Erde, Land ist in unmittelbarer Nähe.
Gott berührt die Erde. Seine Liebe, sein heiliger, guter Geist, nehmen Menschengestalt an, bekommen einen Leib, ein Gesicht, Augen und Ohren, Hände und Füße. Gott kommt und nimmt Verbindung mit den Menschen auf, schließt einen Bund mit ihnen und seiner ganzen Schöpfung.
Gott sucht einen Halt, und ich brauche einen Halt. Wo ist mein Lebensschiff verankert? Ohne Verankerung werde ich haltlos. Woran halte ich mich, woran mache ich mich fest? - Glauben war z.B. für Abraham ein "Sich - fest - machen" in Gott. Es gibt einen festen Grund, auf dem mein Lebensschiff vor Anker gehen, Verbindung aufnehmen und Kraft holen kann.
 
Weihnachten

"Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein..." - Dort ist der feste Grund, auf dem unser Lebensschiff - und sei es noch so oft von Stürmen bedroht - immer wieder vor Anker gehen, Rast machen darf. Der Liederdichter führt uns an den Ort neuen, werdenden Lebens.

Gott kommt - wehrlos, schutz- und liebebedürftig in einem Kind. Viele von uns kennen die Erfahrung, wie Kinder unser Leben verändern, ihm Sinn und Richtung geben können. Und sind wir uns bewusst, dass auch wir Kinder sind, Kinder Gottes? Ist das nicht ein wunderbares Bild für die Verbindung Gottes zu uns?

Und hier ist dieses Gotteskind, das sich für uns verloren gibt: "gibt sich für uns verloren; gelobet muss es sein". Ja, es verdient unser Lob dieses Kind, dieser kommende Gott, den unser Denken nicht fassen kann, der nicht in unsere menschlichen Vorstellungen passt, der auch unserer Kirche und unserem Glauben weit voraus ist und dem wir "nach - denken" müssen.