Advent 2011 - Taufe des Herrn 2012
Es scheint eine uralte Sehnsucht zu sein, aufzubrechen, Bekanntes hinter sich zu lassen und neue Wege zu suchen. Von dieser Sehnsucht getrieben, machen sich viele Menschen auf den Weg. Der Advent lädt uns zu einer inneren Reise ein. Wir sollen aufbrechen, uns auf den Weg machen zu Gott und zu uns selbst.
1. Advent - Seid wachsam!
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Seht euch vor, und bleibt wach!
Denn ihr wißt nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wißt nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt,
nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
Mk 13, 33-37
1. Woche - Wachsam sein auf dem Weg

Wachsam sein auf dem Weg:
Wahrnehmen, was am Wegrand geschieht.
Offen sein in Begegnungen.
Bewußt voranschreiten
und gleichzeitig den Mut haben
Innezuhalten.
Das Ziel vor Augen,
den Weg gehen
ohne den nächsten Schritt überspringen zu wollen.

Am Anfang - die Sehnsucht aufzubrechen.
Pilger - Menschen auf dem Weg.
Hirten - Menschen am Wegrand.
 
2. Advent - Bereitet einen Weg
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes:
Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht:
Ich sende meinen Boten vor dir her;
er soll den Weg für dich bahnen.
Eine Stimme ruft in der Wüste:
Bereitet dem Herrn den Weg!
Ebnet ihm die Straßen!
So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften,
und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Ich habe euch nur mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Mk 1,1-8
Der Gottesdienst war als Familiengottesdienst im Rahmen des Projekts Familienzeit gestaltet.
Bilder von der Familienzeit>>>
 
2. Woche - Oasen

Wege bereiten sich im Gehen.
Der Wunsch zu gehen gründet in der Sehnsucht.
Sehnsucht legt uns Gott ins Herz.
Wer seiner Sehnsucht traut,
bricht auf und fürchtet auch die Wüste nicht,
weil die Gewißheit einer Oase lockt.
Oasen auf unserem Lebensweg sind Menschen,
die uns die Wahrheit unseres Lebens vor Augen führen;
die trotzdem zu uns stehen und uns Umkehr ermöglichen;
die uns durch ihre Weggefährtenschaft zu leben ermutigen;
die uns bestärken unseren Weg immer wieder zu suchen und zu gehen.

Am Wegrand - Beduinen. Heimatlose, suchende Menschen, die ganz im heute und hier leben.
Am Wegrand - Quellen. Orte des Rastens und Kräftesammelns.
Am Wegrand - Zelte. Heimat der Heimatlosen. Ort der Geborgenheit auch in der Fremde.
 
3. Advent - Es trat ein Mensch auf

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Dies ist das Zeugnis des Johannes:
Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht;
er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija?
Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet?
Er antwortete: Nein.
Da fragten sie ihn: Wer bist du?

Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben.Was sagst du über dich selbst?
Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
Sie fragten Johannes:
Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?
Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser.
Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.
Joh 1,6-8. 19-28

3. Woche - Zeugnis geben

Zeugnis geben - Aufgaben um Gottes Willen übernehmen und erledigen.
Zeugnis geben - Hirte sein für die Menschen, die uns anvertraut sind, und für jene, denen wir im Alltag begegnen.
Zeugnis geben - auf dem "Hirtenfeld" des Lebens.
 
4. Advent - Paulus und Maria
Ehre sei dem, der die Macht hat, euch Kraft zu geben
- gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus,
gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses,
das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war,
jetzt aber nach dem Willen des ewigen Gottes offenbart
und durch prophetische Schriften kundgemacht wurde,
um alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen.
Ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus
in alle Ewigkeit! Amen.
Röm 16,25-27
4. Woche - Ja sagen
Ja sagen - zum Aufbruch ins Unbekannte.
Ja sagen - zum Weg, auch wenn er beschwerlich und ungewiß ist.
Ja sagen - zum Fremden der/das mir begegnet.
 
Weihnachten - in der Nacht
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl,
alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.
Dies geschah zum erstenmal;
damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Da ging jeder in seine Stadt,
um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa
hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt;
denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
Er wollte sich eintragen lassen
mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren,
kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.
Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe,
weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld
und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Da trat der Engel des Herrn zu ihnen,
und der Glanz des Herrn umstrahlte sie.
Sie fürchteten sich sehr,
der Engel aber sagte zu ihnen:
Fürchtet euch nicht,
denn ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
er ist der Messias, der Herr.
Und das soll euch als Zeichen dienen:
Ihr werdet ein Kind finden,
das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer,
das Gott lobte und sprach:
Verherrlicht ist Gott in der Höhe,
und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
Lk 2, 1-14
Weihnachten - Am Morgen

Als die Engel die Hirten verlassen hatten
und in den Himmel zurückgekehrt waren,
sagten die Hirten zueinander:
Kommt, wir gehen nach Betlehem,
um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind,
das in der Krippe lag.
Als sie es sahen, erzählten sie,
was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.
Maria aber bewahrte alles, was geschehen war,
in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn
für das, was sie gehört und gesehen hatten;
denn alles war so gewesen,
wie es ihnen gesagt worden war.

Lk 2, 15-20