Fastenzeit - Pfingsten
2010
Breche auf,
lasse los,
beginne
dich zu verändern.
 
Sei unterwegs
mit Leib und Seele,
mit ganzem Herzen
entdecke dich neu.
Sammle
auf dem Weg
zur Mitte
dich selbst ein.
Und du wirst
ankommen.
 
1. Fastensonntag
Die Geschichte von der Schnecke >>>> (Bitte hier klicken!)
 
2. Fastensonntag
Als Jesus die Jünger aufforderte keine Hütten zu bauen, wollte er nicht, dass wir Menschen auf unsere Glücksmomente verzichten. Er wollte nur, dass wir nicht glauben in ihnen verharren zu können. Das Leben besteht nicht aus einem "entweder oder", sondern aus einem "sowohl als auch". Wir brauchen Berge und Täler, Glück und Unglück, Ruhen und Arbeiten, das Ich und das Du. Wir leben nicht nur für uns allein, sondern erfahren Erfüllung im Miteinander und Füreinander. Wo wir uns den täglichen Aufgaben mit Lust widmen, berührt der Himmel die Erde.
Die Geschichte vom Himmel >>>> (Bitte hier klicken!)
 
4. Fastensonntag
Die verlorene Drachme
Eines Tages merkte eine Frau, dass sie eine von ihren zehn Drachmen verloren hatte. Ihr wertvolles Goldstück war weg. Überall suchte sie danach und konnte es nirgends finden. Endlich fand sie es, doch und, freute sich so sehr, dass sie gleich zu ihren Nachbarinnen lief, es ihnen erzählte und mit ihnen ein Fest feierte.
Und wollt ihr auch wissen, warum Jesus seinen Freunden diese Geschichte erzählte?
Jesus, sagte: Du bist wie das wertvolle Goldstück. Gott sucht dich überall, er sucht, wie er zu deinem Herzen finden kann, und wenn er dich gefunden hat, wenn du ihn in deinem Herzen wohnen lässt, dann ist das, für ihn ein Freudenfest. So wichtig bist du für unseren Vater im Himmel. Wenn du am Ende des Gottesdienstes so einen Goldtaler bekommst, sagt er dir, dass du für Gott ganz wertvoll bist, und wenn du einmal verloren gehen solltest, wird er dich so lange suchen, bis er dich wiedergefunden hat.
An diesem Sonntag war auch wieder das Projekt "Familienzeit".
Bilder davon gibt es HIER.
 
5. Fastensonntag
Das Netz
Die Frau eines Fischers hat mit einem Matrosen die Ehe gebrochen.
Nach Landessitte soll sie deshalb von einem hohen Felsen gestürzt werden. Doch in der Nacht vor der Vollstreckung steigt der betrogene Ehemann in die Felswand. Aus starken Seilen spannt er ein großes Netz über den Abgrund, das er mit Gras, Stroh und Kissen ausstopft. Als am anderen Morgen das Urteil vollstreckt wird, stürzt die Frau vom Felsen herab, aber sie wird aufgefangen im Netz der Liebe ihres Mannes.
 
Palmsonntag
Gott, du unser Vater, wir kommen zu dir als Menschen, die selbst oft hin- und hergerissen sind zwischen "Hosanna" und "Kreuzige ihn", und schauen voll Hoffnung auf Jesus Christus, deinen Sohn. Wo wir Menschen verwunden, da will er heilen, wo wir die Lösung nur noch in der Gewalt sehen, da steht er für die Menschen ein mit seiner wehrlosen Liebe. Durch ihn haben wir Grund zur Hoffnung, dass Friede wird allen Menschen und Völker. Mit ihm preisen wir dich heute und in Ewigkeit.
Auch der Kindergarten hat mitgestaltet. Bilder vom Gottesdienst gibt es HIER.
 
Gründonnerstag
"Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts."
(Jaques Gaillot)
 
Karfreitag
Wir schauen auf das Kreuz.
Wir schauen dorthin, wo niemand hinschauen mag.
Wir denken an Jesus:
ein Mensch, der leidet.
ein Mensch, den wir lieben und der uns liebt.
Und dieser Mensch schreit.
Und dieser Mensch stirbt.
Und dieser Mensch schweigt.
Wir schauen auf das Kreuz Jesus Christi.
Wir schauen auf das Kreuz.
Und wir erinnern uns an unseren Nächsten, der leidet.
Im Kreuz sehen wir das Elend der Welt:
gefolterte Menschen,
rechtlose Menschen,
verlassene Menschen,
missbrauchte Menschen,
hungernde und dürstende Menschen
durch die Geschichte der Menschheit bis heute.
Wir sehen auf's Kreuz und erkennen die geschundene Kreatur.
Und sie seufzt und sie stöhnt und sie schreit zu Gott.
Wir schauen auf das Kreuz.
Und wir erkennen unser Kreuz,
unsere Not, unsere Angst,
unsere Verzweiflung, unsere Leere.
Wir sehen auf das, was wir in uns tragen,
unsere Widersprüche, unsere Dunkelheit,
unsere Lieblosigkeit.
Wir schauen auf's Kreuz,
auf die ausgebreiteten Arme Gottes,
die uns und alle empfangen.
Wir schauen auf's Kreuz,
in dem Himmel und Erde sich berühren.
Wir schauen und werden still.
Herr Jesus Christus,
wir schauen auf dich und dein Kreuz.
Nimm du uns hinein in das Geheimnis deines Todes,
das uns vom Tod erlöst.
 
Ostern
Osterwind
Wir haben es den Blumen und Bäumen voraus:
Unsere Jahreszeiten
sind schneller.

Der Tod
steigt im Stengel unseres Traums,
alle Blüten werden dunkel
und fallen.
Kaum ein Herbst. Der Winter kommt
in einer Stunde.

Doch da ist keine Wartezeit,
sicheres Warten
für kahle Zweige.
So wie der Vogel
innehält und sich wendet im Flug,
so jäh, so ohne Grund
dreht sich das Klima des Herzens.
Weiße Flügelsignale im Blau,
Auferstehung
all unserer toten
Blumen
lm Osterwind
eines Lächelns.

Hilde Domin

3. Sonntag der Osterzeit
Glaube und Vertrauen
In Spanien ist heißer Sommer. Das Land ist trocken und dürr, Menschen und Tiere dürsten. In einem Dorf ruft der Priester seine Gemeinde zu einem Bittgottesdienst zusammen. Gott soll Regen schicken. Seine Predigt beginnt der Pfarrer anders, als die Menschen es erwartet haben. "Aus mehreren Dörfern seid ihr zusammengekommen, damit wir unsere Not und Kraft im Gebet vereinigen und Gott endlich regnen lässt. Doch was sehe ich? Keiner von euch glaubt an den Erfolg unseres Betens. Niemand ist mit Mantel und Schirm gekommen...!"
 
5. Sonntag der Osterzeit
Es ist ja mein Vater
Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke. Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden: "Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?" - "Aber gewiss", antwortete der Gefragte fröhlich, und auch mehrere andere der Umstehenden stimmten der Frage sofort zu. "Würden Sie sich dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?" fragte der Schausteller weiter. Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich. Nein, dazu hatten sie keinen Mut! Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu.
Plötzlich meldete sich ein Junge. "Ich setze mich in die Karre", rief er, kletterte hinauf, und unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil. Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall. Einer aber fragte den jungen: "Sag, hattest du keine Angst da oben?" "Oh nein", lachte der, "es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!"
 
7. Sonntag der Osterzeit
Von der Mitte gehalten
Der Abt eines Klosters wurde von Besuchern gefragt: "Wie ist es möglich, dass alle Mönche trotz ihrer verschiedenen Herkunft, Veranlagung und Bildung eine Einheit darstellen?"
Statt einer theoretischen Erklärung antwortete der Abt mit einem Bild: "Stellt euch ein Rad vor. Da sind Felge, Speiche und Nahe. Die Felge ist die umfassende Mauer, die aber nur äußerlich alles zusammenhält. Von diesem Rand des Rades aber laufen die Speichen in der Mitte zusammen und werden von der Nabe gehalten. Die Speichen sind wir selbst, die einzelnen unserer Gemeinschaft. Die Nabe ist Jesus Christus. Aus dieser Mitte leben wir. Sie hält alles zusammen."
Erstaunt schauten die Besucher auf, sie hatten etwas Wichtiges verstanden.
Doch der Abt sagte weiter: "Je mehr sich die Speichen der Mitte nähern, um so näher kommen sie auch selbst zusammen. Ins konkrete Leben übertragen heißt das: Wenn wir uns Christus, der Mitte unserer menschlichen und geistlichen Gemeinschaft, wirklich und ganz nähern, kommen wir auch einander näher. Nur so können wir miteinander und füreinander und damit auch für andere leben."

 

Pfingsten
Der Funke muss überspringen
Ich glaube an den Heiligen Geist, der am Pfingsttag auf die Apostel kam in Feuerzungen, damit sie neu zu sprechen beginnen konnten in allen möglichen Sprachen der Liebe bis heute. Er ist die Liebe zwischen Vater und Sohn, zwischen Gott und uns.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und Leben schenkt.
Und den Propheten unter uns ist er Sprache, Kraft und Feuer.
Ich glaube, dass wir gemeinsam unterwegs sind, Pilger, gerufen und versammelt, um Gottes heiliges Volk zu werden, denn ich bekenne die Befreiung vom Bösen, den Auftrag zur Gerechtigkeit und den Mut zur Liebe.
Lebendiger Gott, der Heilige Geist, den uns Jesus Christus gesandt hat,
hat in vielen Generationen das Licht des Glaubens entzündet.
Wir bitten dich, lass dieses Feuer in uns stark werden, damit wir es wie deine ersten Jünger und Jüngerinnen an die Menschen, unter denen wir leben, weitergeben können.